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Wer schreibt hier?

Birgit Büro
Moin alle. Mein Name ist Birgit Constant, und mit meiner Webseite halte ich es wie mit meinen Texten: Anspruch und Humor schließen sich nicht aus. Deshalb gibt es neben Artikeln und Links zum Mittelalter und zum Schreiben auch ein wenig Denksport zum Entspannen. Viel Spaß beim Stöbern.

Mit diesen fünf Tipps wäre das nicht passiert!
Eines meiner drei Standbeine ist das wissenschaftliche Fachlektorat von Bachelor- und Master-Abschlußarbeiten. Obwohl die Arbeiten sehr unterschiedliche Themen und Fachgebiete abdecken, stoße ich oft auf dieselben sprachlichen und logischen Probleme. An dieser Stelle möchte ich die fünf häufigsten Fallen beim Schreiben einer Abschlußarbeit aufzeigen und Vorschläge machen, wie man sie vermeidet.

1. Zu lange Sätze

Wissenschaftliches Schreiben ist nicht gleichbedeutend mit endlosen Bandwurmsätzen, zumal wenn die Grammatik darunter leidet. Natürlich sollten Sie Stakkatosätze vermeiden, die nur aus Subjekt, Prädikat, Objekt bestehen (auch wenn Sie die zur Auflockerung zwischen längeren Sätzen durchaus benutzen dürfen!). Aber denken Sie immer an Ihren Leser - und damit meine ich nicht nur Ihren wissenschaftlichen Betreuer, sondern auch andere, möglicherweise fachfremde Leser, die sich für Ihre Arbeit interessieren! Textwüsten schrecken ab, besonders wenn sie nur aus einem einzigen Satz bestehen. Kürzen Sie Sätze, die über zweieinhalb Zeilen lang sind, oder machen Sie daraus zwei (oder mehr) Sätze. Das hilft auch, den Inhalt zu strukturieren - was uns zur nächsten Falle bringt.

2. Zu viele Gedanken in einem (Ab-)Satz

Häufig wird ein Satz zu lang, weil er viele verschiedene Gedankengänge vereint. Das macht den Satz weder lesbarer, noch fördert es die Logik, die dem Wust von Kommas, Verschachtelungen und falschen Bezügen und/oder Verbformen zum Opfer fällt. Auch in kurzen Absätze mit vielen unterschiedlichen Aspekten oder Folgerungen kann man als Leser manchmal schwer nachvollziehen, wie die Gedanken verknüpft sind. Hier kann es hilfreich sein, a) Sätze zu kürzen oder zu teilen, oder b) noch einmal die Logik der Gedankenfolge zu prüfen, um zu sehen, ob der eine oder andere Aspekt deutlicher oder ausführlicher formuliert werden muß.

3. Subjektive Bewertung, Umgangssprache und Füllwörter

Wörter wie etwa(s), ein wenig, möglicherweise, (er)scheinen, wohl, logischerweise, bekanntlicherweise ... weichen einen Text auf, machen ihn schwammig und untergraben die Validität Ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse. Auch das Setzen von Anführungszeichen (einfach oder doppelt) um umgangssprachliche Wörter legitimiert nicht deren Benutzung in einem wissenschaftlichen Kontext. Streichen Sie Füllwörter. In der Regel tut dies dem Sinn des betroffenen Satzes keinen Abbruch; außerdem wird Ihr Text dadurch knackiger. Statt subjektiv zu bewerten, sollten Sie nur klar nachvollziehbare und durch Ihre Analyse herausgearbeitete Tatsachen und Ergebnisse darstellen. Und auf der Suche nach einem Synonym für ein umgangssprachliches Wort werden Sie im Duden oder jedem anderen Synonyme-Lexikon fündig.

4. Inkonsistenz

Dies betrifft vor allem die unterschiedliche Schreibweise oder Benutzung von Abkürzungen, Anführungszeichen, Terminologie/Vokabular. Sorgen Sie für Einheitlichkeit, indem Sie bei der Variante bleiben, die Sie einmal gewählt haben.

5. Probleme beim Layout

Unterschiedliche Formatierungen (Überschriften, Untertitel, Text, Aufzählungen, Zitate, ...) und Textwüsten machen auch spannende Themen unlesbar oder zumindest schwer verdaulich. Achten Sie auf korrektes, einheitliches Layout ihrer jeweiligen Textteile und sorgen Sie durch eine gute Gliederung Ihres Textes in Kapitel, Unterkapitel, Aufzählungen, Schaubilder etc. für eine ansprechende Aufbereitung und Veranschaulichung des Inhalts.

Zum Schluß (m)ein Top-Tipp für den Korrekturlauf: Laut vorlesen! Klingt blöd, bringt aber so einiges ans Licht, was beim stillen Drüberfliegen übersehen wird.