8 Dinge über Sprachen und mich

Ich liebe Sprachen und alte Texte – und wenn ich sage „alt“, meine ich nicht Interneteinträge von vor einer Woche, sondern Literatur und Texte aus den Jahrhunderten vor ca. 1500, am liebsten zwischen 800 und 1300. Wie es dazu kam und was ich so mit Sprachen treibe, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Meine Mutter hatte wohl Angst, dass ich mit Leistungskursen in Englisch und Französisch in der Oberstufe nicht ausgelastet wäre, und meldete mich für die dritte Sprache, nämlich Latein an. Das war ein lustiger Kurs, aber ich glaube, als Lateinlehrer/in muss man ohnehin den notwendigen Galgenhumor mitbringen, um dieses Fach zu unterrichten.

Aus lauter Spaß an der Freude habe ich an der Uni dann gleich noch mein Kleines Latinum auf ein Großes Latinum erweitert, wahrscheinlich weil ich mit Anglistik und Romanistik als Studienfächer (neben Wirtschaftswissenschaften – irgendetwas Handfestes musste ja dazu) nicht ausgelastet war. Sie wissen schon …

Als der Lateinkurs dann erledigt war, hatte ich wieder so viel Zeit und Hirnmasse übrig. Also probierte ich ein Semester Russisch, was mit seinen Kringelbuchstaben zwar unterhaltsam, aber für „nebenher“ aufgrund der Grammatik  doch ein bisschen happig war. Meine Wahl fiel dann auf Spanisch, das sich aufgrund meiner romanistischen Vorbelastung gut mit den restlichen Sprachen vereinbaren ließ.

In einem Auslandssemster in Schottland musste ich natürlich unbedingt Gàidhlig, Schottisches Gälisch, ausprobieren. Eine herrliche Sprache, die so richtig nach Lust und Laune knackt und kracht. Ein Semester war wirklich zu wenig, aber die Alma Mater rief mich wieder zurück.

Dort beschäftigte ich mich intensiver mit dem, was zumindest zeitlich zwischen Latein und meinen anderen Sprachen liegt, nämlich Alt- und Mittelenglisch sowie Altfranzösisch. Da wusste ich, was mir in all den literatur- und sprachwissenschaftlichen Stunden bis jetzt entgangen war! Hier gab es nicht nur eine ältere Sprache, sondern auch völlig andere Texte zu entdecken, die noch dazu zum größten Teil erfrischend kurz und daher gut verdaulich sind.

Genau diese Texte nahm ich mir als Untersuchungsgegenstand meiner Dissertation vor, und weil ich mit Älterer englischer, französischer und deutscher Sprach- und Literaturwissenschaft nicht aus…, naja, Sie wissen schon, vermittelte ich als Lehrbeauftragte für englische Sprachgeschichte nun selber meine Begeisterung für Sprachen und alte Texte. Ach ja, und weil das nicht reichte – da ist sie schon wieder! –, besuchte ich noch den einjährigen Altgriechisch-Kurs, damit mein Latinum auf klassischer Flur nicht so alleine dastand. Kringelbuchstaben und lustige Altphilologen in einem. Herrlich!

Jetzt stellen Sie sich vor: Während der Arbeit an meinem ersten historischen Roman war sie plötzlich wieder da – die Sache mit der Auslastung. Als wenn Altenglisch und Altfranzösisch nicht genügten, räkelten sich plötzlich noch Normannisch und Bretonisch auf meinem Schreibtisch. Wo die bloß hergekommen sind?

Wenn Sie, wie ich, die Arbeit mit Sprache(n) lieben, dann schauen Sie sich hier ein wenig um und erfahren Sie mehr über meine Bücher, Texte und was ich sonst noch so in der Schreibstube treibe.

Birgit Constant

Birgit Constant ist promovierte Mediävistin mit langjähriger IT-Erfahrung, liebt Sprachen, Sprache und das Schreiben, und liest wahnsinnig gerne vor. Als Wandlerin zwischen den Welten betreibt sie Extremsport auf die sanfte Art und verbindet dadurch Bereiche, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören: deutsch und fremdsprachlich, Groß und Klein, modern und mittelalterlich, Frau und Technik, und noch einiges mehr.