Mein Leitbild: lebenslanges Lernen

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Für mich ist lebenslanges Lernen keine Worthülse, sondern ein Grundbedürfnis für berufliche und persönliche Erfüllung.

- Birgit Constant

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Menschen, die vielseitig interessiert und begabt sind, oft als geringwertiger angesehen werden als die Spezialisten und fachlich sehr hoch qualifizierten Experten. Manchmal fehlen im Alltag auch die Anreize und neuen Impulse.

Lassen Sie sich davon nicht beirren, sondern gehen Sie Ihren Weg. Lesen Sie Meine Geschichte, die Ihnen zeigt, dass auch außergewöhnliche Vorlieben und Fertigkeiten Sie auf wundersame Weise weiterbringen können. Lassen Sie sich inspirieren und motivieren, das Lernen niemals aufzugeben.

Drei Schritte zum Glücklichsein: Wie Sie lebenslanges Lernen für sich und die Allgemeinheit umsetzen

1

Neugierde

Offen für Neues sein, nach Herausforderungen suchen

2

Selbstlernen

Sich Wissen und Fähigkeiten aktiv aneignen, ausprobieren und anwenden

3

Wissensvermittlung

Wissen weitergeben, Andere unterstützen, Hilfe anbieten

Meiner Erfahrung nach sind diese drei Aktionen unverzichtbar für ein lebenslanges Lernen, das nicht nur jedem Einzelnen in seinem beruflichen Vorwärtskommen und seiner persönlichen Zufriedenheit zugute kommt, sondern von dem auch quasi nebenbei Mitmenschen und die Gesellschaft profitieren. Neugierig sein, selbst lernen und sein Wissen weitergeben gehen für mich Hand in Hand.

Meine Geschichte: Wie lebenslanges Lernen und vielseitige Interessen mich beruflich und persönlich vorwärtsgebracht haben

Ich muss Ihnen etwas gestehen: Ich war nie schlecht in der Schule, habe gerne gelernt und war vor Prüfungen nie ein nervliches Wrack.

Seit der Schulzeit habe ich nie aufgehört zu lernen und mich dabei nie auf nur einen einzigen Bereich spezialisiert. Ich bestätige das Klischee der geisteswissenschaftlichen Generalistin. Und wissen Sie was? Ich bin stolz darauf!

Mein Lebenslauf bringt Personaler zur Verzweiflung, da die Verbindung zwischen den einzelnen Stationen nicht wirklich offensichtlich ist. Statt einer geradlinigen Entwicklung finden sie ein Potpourri, das sich von Lehrbeauftragter für Sprachgeschichte des Englischen im Mittelalter an der Universität über Korrekturleserin und Übersetzerin hin zu IT-Support, dann PR und schließlich Autorin und Texterin erstreckt.

Die Wenigsten – Personaler, Firmen, aber auch Betroffene selbst – wissen einen derartigen Lebensweg wirklich zu schätzen, wenn überall die zielstrebigen Kollegen und berühmten Vorbilder hochgelobt werden, die schon mit drei Jahren wussten, was sie einmal werden wollten und dies dann konsequent in Schule, Studium und Beruf durchgesetzt haben.

Ich habe lange geglaubt, dass mein Lebenslauf für die Tonne ist, bis ich irgendwann gemerkt habe, dass entgegen allem Anschein doch ein System dahintersteckt, das sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht, nämlich der Aspekt des lebenslangen Lernens. Hier die wichtigsten Beispiele:

  1. Frisch von der Schule habe ich im zweiten Semester meines Sprachenstudiums nebenbei mein kleines zu einem großen Latinum (ja, damals unterschied man die noch) ausgebaut, nach dem Motto: Ich bin noch drin (ich hatte Latein erst in der Oberstufe), und wer weiß, wofür es gut ist. Als ich mich später zu einer Promotion entschloss, musste ich den Nachweis für ein großes Latinum vorlegen.
  2. Durch mein Interesse am Mittelalter bot man mir eine Stelle als Lehrbeauftragte für englische Sprachgeschichte an der Uni an, die ich natürlich gerne annahm und mit Feuereifer ausgeübt habe.
  3. Weil ich schon immer gerne im Ausland arbeiten wollte, bewarb ich mich während meiner Promotion auf eine ausgehängte Stelle. Am Nachmittag nach meinem Rigorosum kam der Anruf aus England, wann ich denn anfangen könnte. Es folgten fast 10 Jahre im Ausland.
  4. Englisch und Französisch waren meine Studienfächer, Spanisch lernte ich nebenher, weil mir Russisch dafür dann doch ein wenig zu viel war. So kam ich mit vier Sprachen im Gepäck nach England, wo ich mich nach zwei Jahren für eine Stelle bei Red Hat bewarb (ja, ich war einmal ein Pinguin). Man übernahm mich sofort als Anlaufstelle für sämtliche fremdsprachlichen Anfragen, auch die italienischen, mit denen ich mich in Spanisch unterhielt.
  5. Neben der Arbeit lernte ich im Selbststudium nicht nur für Microsoft-Zertifizierungen und bekam so eine bessere Stelle im Desktop Support.
  6. Dank meiner technischen und sprachlichen Fertigkeiten wurde ich in vielen Stellen für Schulungen von Mitarbeitern und Kunden eingesetzt.
  7. Mit meiner Erfahrung und den Bescheinigungen in der IT bewarb ich mich in Deutschland auf eine PR-Stelle für IT- und High-Tech-Firmen und kehrte nach nur einer einzigen Bewerbung und langem Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurück.
  8. Als ich in Elternzeit entschied, mich als Autorin und Texterin selbständig zu machen, feilte ich über Schreibkurse, Lektorate und Gutachten an meinen Schreibkenntnissen (denn im Gegensatz zu den meisten Autoren hatte ich nicht schon „mein ganzes Leben lang Geschichten geschrieben“ und verfügte nicht über zig fertige Romanmanuskripte in der Schublade). So schaffte ich es nach nur fünf Jahren, einem Kinderbuch und einer Urban-Fantasy-Geschichte, mein erstes Buch, einen historischen Roman, bei einem Verlag zu veröffentlichen und außerdem weitere kleinere Texte erfolgreich zu platzieren.

Jedesmal, wenn es einen Lernimpuls gab, hat sich der Einsatz (irgendwann) gelohnt. Ohne Sprachen hätte ich nicht promoviert und nicht im Ausland gearbeitet, ohne IT-Kenntnisse wäre ich über die Service-Desk-Stelle im IT-Support nicht hinausgekommen und hätte auch die PR-Stelle nicht bekommen. Und ohne die Schreibschulungen würde ich wahrscheinlich heute noch auf eine Verlagsveröffentlichung warten.

Doch meine Lernbereitschaft hat mich nicht nur beruflich vorwärtsgebracht, sondern auch für eine tiefe persönliche Zufriedenheit gesorgt. Ja, es gab viele Veränderungen und Umstellungen in meinem Leben, aber gerade das hat dafür gesorgt, dass es nie langweilig wurde, dass ich nie in den auszehrenden und monotonen Trott gerate, über den sich viele Menschen beschweren. Auch wenn es gewisse Komponenten gab, die gleich blieben, hat sich immer irgendetwas ergeben, das es neu zu entdecken und zu erlernen gab und das letztendlich für den nächsten Veränderungsschub sorgte.

Es gibt also keinen Grund, sich für einen mäandernden Lebenslauf zu schämen oder daran zu verzweifeln. Im Gegenteil: Seien Sie stolz auf all die Fähigkeiten, die Sie sich auf dem Weg angeeignet haben und die Ihnen irgendwann beim Erreichen eines Ziels geholfen haben oder noch helfen werden!

1

Aktion 1: Neugierde

Herausforderungen können Spaß machen und sind wichtig, um daran zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Greifen Sie also zu, wenn sich die Gelegenheit ergibt, Neues zu lernen. Probieren Sie aus, experimentieren Sie, vertiefen Sie sich in die Materie. Und wenn Sie noch mehr Futter brauchen, halten Sie Ausschau nach weiteren Herausforderungen.

2

Aktion 2: Selbstlernen

Wer nicht weiterlernt, bleibt stehen oder, noch schlimmer, entwickelt sich rückwärts. Egal, was Sie auch lernen, vergleichen Sie nicht! Lernen Sie, wozu Sie Lust haben, nicht weil andere dasselbe lernen. Entscheiden Sie individuell, was Sie persönlich interessiert, vorwärtsbringt, herausfordert. Haben Sie Vertrauen in Ihre Fähigkeiten, aber beißen Sie sich nicht an Dingen fest, die nichts bringen oder unnötig Energie rauben, die Sie anderweitig besser und sinnvoller einsetzen könnten.

3

Aktion 3: Wissensvermittlung

Wenn Sie gerne, schnell und effektiv lernen, lassen Sie andere daran teilhaben! Profitieren Sie von Ihrem Wissen und Ihren Fertigkeiten, um andere vorwärtszubringen, die sich für dasselbe Thema begeistern, aber Ihre Hilfe benötigen oder einfach einen kleinen Schubser in die richtige Richtung brauchen.

Lernen Sie nie aus!

Sie haben (unter anderem) Spaß am Mittelalter, an Sprachen, an Büchern, am Lesen und am Schreiben? Dann begleiten Sie mich doch auf meiner Reise und lassen Sie uns zusammen Neues entdecken! 

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