Linkshänder im Mittelalter

Linkshänder im Mittelalter

Der 13. August ist internationaler Tag der Linkshänder – eine gute Gelegenheit, den Protagonisten aus meinem historischen Roman Das bretonische Mädchen zu Wort kommen zu lassen, denn der ist einer dieser Linkshänder im Mittelalter.

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Ein Linkshänder im Mittelalter erzählt

„Hallo, ich bin's, Roger aus Wilberfoss. Wusstet Ihr eigentlich, dass mich viele der Leute in meinem Heimatdorf mit Argwohn betrachten? Vor allem der Priester hat schon immer die Nase gerümpft, wenn er mich gesehen hat, und eilig das Kreuz auf seiner Brust ergriffen. Wahrscheinlich meint er, dass ihm das gegen die böse Aura hilft, die mich umgibt. Und das alles, weil ich Linkshänder bin.“

„Denn in meiner Zeit ist das ein klares Zeichen dafür, dass ich vom Teufel besessen bin oder zumindest im Bunde mit ihm stehe. Schon im alten Griechenland und in Rom hatten wir Linkshänder nicht immer den besten Ruf. Aber jetzt, wo sich der christliche Glaube in England und dem Festland ausbreitet, machen Kleriker wie unser Priester in Wilberfoss keinen Hehl daraus, was sie von Linkshändern halten: Gute, anständige und fromme Menschen sind Rechtshänder. Nicht umsonst sitzt Jesus zur Rechten Gottes, während der Teufel, der gefallene Engel, der sich gegen Gott aufgelehnt hat und vom rechten – ha! - Weg abgekommen ist, zur Linken sein Unwesen treibt. Dabei sind wir Linkshänder nicht unbedingt besser oder schlechter als Rechtshänder, und die Bibel weiß das – das hat mir meine kluge Schwester erzählt. Aber die Kleriker schweigen darüber, weil sie alles fürchten, das anders ist. Und wir Linkshänder sind anders, allein weil es weniger von uns gibt, und diese Anderssein reicht heutzutage völlig aus, um ein gefährliches Leben zu führen.“

„Wo wir gerade von gefährlichem Leben reden: Mein Fechtmeister findet die Aufregung völlig übertrieben und unnütz. Als Krieger müsse man ohnehin die Waffen mit beiden Händen führen können, sagt er. Für mich als Linkshänder ist das besonders wichtig, wenn ich einmal in einer Formation zu Fuß oder zu Pferd kämpfen muss. Ansonsten wäre beispielsweise im Schildwall bei mir das einzige Loch, und das wäre weder in meinem eigenen Interesse noch in dem meiner Waffenbrüder und meines Lehnsherrn. Aber vor allem führt mein Fechtmeister die praktischen Gründe für die beidhändige Kampffähigkeit an: Wie solle man sonst weiterkämpfen, wenn man den rechten Arm verliert oder dieser so schwer verwundet wird, dass man ihn nicht weiter benutzen kann? Der eiserne Siegeswille allein hilft einem da manchmal nicht weiter. Deshalb muss ich jetzt auch unbedingt zu den Fechtübungen, sonst bestraft mein Fechtmeister mich mit Waffenputzen. Und das mache ich ohnehin mit links.“

Linkshänder im Mittelalter und in anderen Epochen

Coverbild für meinen ersten historischen Roman „Das bretonische Mädchen“

Wollen Sie herausfinden, was der Linkshänder Roger noch alles meistern muss? Dann schauen Sie in die Leseprobe meines historischen Romans Das bretonische Mädchen rein.

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