Rezension von Crowley: „Der Fall von Akkon“

Rezension von Crowley: „Der Fall von Akkon“

Interessieren Sie sich für die Geschichte der Kreuzzüge? Dann ist das Buch von Roger Crowley: Der Fall von Akkon. Der letzte Kampf um das Heilige Land vielleicht etwas für Sie. Wie ich das Buch fand, lesen Sie im Folgenden. 

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Zum Inhalt:

Das Buch befasst sich mit der letzten und endgültigen Niederlage der christlichen Kreuzritter, mit der sie nicht nur die Hafenstadt Akkon, sondern auch ihre Herrschaft über das Heilige Land verlieren.

Nach den Karten mit den Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten und einer detaillierten Übersicht der belagerten Stadt Akkon im Jahre 1291 erzählt der Prolog über den Verfluchten Turm,  der dem englischen Original seinen Titel gab. Es folgen 14 Kapitel, die die wechselvolle Kreuzfahrergeschichte vom Anfang bis zum Ende des 13. Jahrhunderts erzählen, sowie ein Epilog, der die weitere Geschichte Akkons bis in die heutige Zeit zusammenfasst. Für Interessierte bietet der Anhang noch Anmerkungen zu den Namen, eine Zeittafel der Kreuzzüge sowie Informationen zur Quellenlage und eine Bibliographie.

Zum Autor:

Roger Crowley hat in Cambridge Englische Literatur unterrichtet und ist Autor weiterer Bücher über die Geschichte der Mittelmeerstaaten, insbesondere hinsichtlich des Konfliktes zwischen Christen und Muslimen.

Meine Meinung:

Muslimische Geschichte im Mittelalter ist ein neues Themengebiet für mich, so dass ich mich auf das Buch gefreut habe. Ganz überzeugen konnte mich das Buch allerdings nicht.  

Äußerliches

Schon den Buchumschlag finde ich aus mehreren Gründen ungeschickt: Der erste Satz des Klappentextes beginnt mit „Der letzte Schlacht“, die christliche Mission im Heiligen Land wird als „Abenteuer“ bezeichnet, und die Daily Mail lobt in einem Zitat, dass John Grisham bei solchen Geschichtsbüchern arbeitslos würde.

Inhaltliches

Auch inhaltlich gibt es einiges, was mich beim Lesen gestört hat: Der Autor wiederholt sich oft, die christliche Sicht der Ereignisse im ganzen 13. Jahrhundert wird meines Erachtens ein wenig vernachlässigt, die Vorgeschichte bis zur Schlacht um Akkon finde ich zu ausführlich, da sich auch hier vieles ähnlich wiederholt.

Etwas schade ist es, dass der eigentliche Fokus des Buches, die Belagerung von Akkon, erst nach mehr als der Hälfte des Buches besprochen wird, zumal der Autor hier sehr effektiv die Bedrohung und Vorgehensweise beider Seiten beschreibt.

Sprache und Stil

Neben dem Inhaltlichen gibt es wie beim Klappentext auch innerhalb des Buches einige sprachliche Unschönheiten, wie ungeschickte Formulierungen, stilistische und grammatikalische Probleme oder unheilvolle Voraussagungen, wie man sie aus Spannungsromanen kennt.

Fazit:

Ein sorgfältigeres Lektorat hätte dem Buch Der Fall von Akkon. Der letzte Kampf um das Heilige Land auf alle Fälle geholfen, den durchaus lesenswerten Inhalt prägnanter und überzeugender zu vermitteln. Trotzdem bietet das Buch einen guten Einblick in das Leben, Denken und Handeln von Christen und Muslimen im Nahen Osten des Mittelalters.

Ich danke ganz herzlich der WBG – Wissenschaftliche Buchgesellschaft für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Mehr Informationen zum Buch direkt bei WBG

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