Schauplätze der Northumbria-Trilogie

Schauplätze der Northumbria-Trilogie

Haben Sie sich beim Lesen der Trilogie schon einmal gefragt, warum ausgerechnet zwei Örtchen und schließlich eine monumentale Burg die Schauplätze der Northumbria-Trilogie sind? Hier erfahren Sie, wie es dazu kam und was es mit den Ortschaften auf sich hat.

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Wie alles begann

Die ursprüngliche Idee für die Northumbria-Trilogie entstand in einer Ausschreibung zum Thema „Teuflische Tiere – Tierische Teufel“ und fiel eigentlich eher in die Fantasy-Kategorie als in den historischen Bereich. Dieser kam erst dazu, als es darum ging, den Plot der Geschichte vor einen Hintergrund zu setzen, vor dem die Figuren agieren konnten.

Warum England?

Als Mediävistin habe ich mich intensiv mit Sprache und Literatur des Mittelalters beschäftigt, wobei der Schwerpunkt auf England und Frankreich lag. Anstatt mich also in die Erschaffung neuer, unbekannter Fantasy-Welten zu stürzen, griff ich lieber auf Altbekanntes zurück und siedelte meine Geschichte daher im mittelalterlichen England an. Warum England den Vorzug gegenüber Frankreich bekam und wie ich ausgerechnet auf das 11. Jahrhundert als Zeitraum kam, weiß ich heute nicht mehr, aber ich erinnere mich daran, dass ich für diese Entscheidung nicht lange gebraucht habe.

Warum Nordengland und zwei völlig unbekannte Dörfchen?

Die Wege der Schreibenden sind manchmal unergründlich. Das 11. Jahrhundert ist eine faszinierende Zeit, weil so viel Entscheidendes für die englische Geschichte darin passiert. Gerade noch ein endlich geeintes angelsächsisches Reich wird England in der zweiten Hälfte durch die normannische Eroberung vollständig umgekrempelt – politisch, gesellschaftlich, kulturell, sprachlich.

Besonders zäh war diese Umwälzung im Norden Englands, der lange Widerstand gegen die Normannen leistete und dies bitter bereuen musste. Noch Jahrzehnte später litt der Norden unter den Folgen von König Wilhelms Rache, auch wenn der neue König und sein Nachfolger längst mit anderen Problemen zu kämpfen hatten.

Es sind spannende dreißig Jahre nach der Eroberung Englands durch die Normannen, und genau mit diesen Jahren beschäftigt sich die Northumbria-Trilogie.

Wilberfoss (Wilburgfos)

Dass ich dabei ausgerechnet den kleinen Ort Wilberfoss in der Nähe von York als zentralen Schauplatz der Northumbria-Trilogie wählte, ergab sich bei der Recherche. Ich brauchte einen Ort mit einem Gutshof und einem Kloster, der gegen Ende des 11. Jahrhunderts existierte, was die Auswahl schon um einiges einschränkte. Wilberfoss hatte beides und war für dieses Jahrhundert noch zu unauffällig, als dass ich nicht einen kleinen Geschichtsfakt hätte verbiegen können: Das Benediktinerkloster dort gab es nämlich erst ab Anfang des 12. Jahrhunderts, und ich habe es für die Zwecke meiner Geschichte ein wenig vordatiert. Warum es ein Kloster und einen Gutshof für die Geschichte brauchte, lesen Sie in Das bretonische Mädchen, das 2021 unter dem Titel Der zweite Sohn des Normannen– Band 2 der Northumbria-Trilogie erscheint.

Leavening (Ledlinghe)

Auch Leavening verdankt seine Position als Hauptschauplatz in der Northumbria-Trilogie einer geschichtlichen Eigenheit. Es war nämlich einer der wenigen Orte, die bei dem so genannten Harrying of the North – einem flächendeckenden Zerstörungsfeldzug von Wilhelm dem Eroberer im Winter 1069/70 mit verheerenden, jahrzehntelang dauernden Folgen für den gesamten Norden Englands – nicht vollständig zerstört wurde. Welche Gründe das gehabt haben könnte, lesen Sie in Der Krieger des Königs – Band 1 der Northumbria-Trilogie.

Erst zwei Nester und jetzt ein Schloss?

Für Band 3 der Northumbria-Trilogie brauchte ich etwas Mondäneres als ein kleines Dorf, denn der Protagonist ist ein Gaukler – und die gab es, wie die meisten anderen Schausteller des Mittelalters, nun mal bevorzugt an Höfen von Adligen. Dort waren sie oft fest angestellt, um traditionelle, alte Geschichten zu erzählen und von den Heldentaten ihrer Herren zu singen, unter deren Dach sie so lange lebten, bis sie entweder starben oder aber ihr Herr ihrer überdrüssig wurde.

Warum Bamburgh als dritter der Schauplätze der Northumbria-Trilogie?

Schön und gut, aber warum musste es ausgerechnet Bamburgh Castle, hoch oben fast an der (heutigen) schottischen Grenze und gegenüber der heiligen Insel Lindisfarne sein? Schließlich gab es doch genug andere Gutshöfe in der Gegend von York und vor allem südlich davon.

Das ist richtig, aber nicht nur die Geschichte der Northumbria-Trilogie geht im dritten Band weiter, sondern auch und vor allem die nordenglische Geschichte, die den Hintergrund zur Trilogie bildet. Nicht nur aus historischen Gründen fiel daher die Wahl auf das Schloss auf dem vulkanischen Hügel direkt an der Küste Nordenglands. Wer herausfinden möchte, warum es aus handlungstechnischen Gründen Bamburgh Castle sein musste, der muss nach dem Lesen der ersten beiden Bände spekulieren. Ob die Vermutung richtig war, wird Der Gesang des Gauklers – Band 3 der Northumbria-Trilogie zeigen. Seien Sie gespannt!

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