Weihnachten im Mittelalter

Weihnachten im Mittelalter

Neben Karfreitag und dem Osterfest war Weihnachten im Mittelalter nicht nur in England das bedeutendste Fest. Um genauer zu sein, war es nicht nur ein Fest, sondern eine ganze Aneinanderreihung festlicher Tage, denn was wir heute als Weihnachten bezeichnen, dauerte damals vom 25. Dezember bis zum 6. Januar, eben jene berühmten zwölf Nächte, die Sie vielleicht aus dem weihnachtlichen Kinderlied „The Twelve Days of Christmas“ kennen oder die Ihnen als germanische Rau(h)nächte geläufig sind.

Von heidnischen Feiern zum christlichen Fest

Die Zeit um den 25. Dezember war schon in der Antike bei Römern und anderen Kulturen, etwa den Kelten und Germanen, ein wichtiger Zeitraum, denn dann feierte man die Saturnalien zu Ehren des Gottes Saturn und die Wintersonnenwende.

Im Zuge der Ausbreitung des Christentums bemühte sich die Kirche darum, diese heidnischen Gebräuche in die ihrer Ansicht nach richtigen Bahnen zu lenken, und schließlich wurde der 25. Dezember im 4. Jahrhundert offiziell als Datum für Christi Geburt deklariert. Weihnachten im Mittelalter stand also nichts mehr entgegen.

Woran erkennt man Weihnachten im Mittelalter?

Es gab im Mittelalter entweder sehr spät oder gar nicht geschmückte Weihnachtsbäume, geschweige denn solche, die mit Kerzen erleuchtet wurden, noch Adventskränze, Weihnachtslieder, Krippen oder Adventskalender – woran erkannte man also, dass Weihnachten kam?

Zunächst einmal am einmonatigen Fasten, das dem 25. Dezember vorausging und währenddessen man beispielsweise kein Fleisch oder Milch zu sich nehmen durfte.

Dann an den zumeist grünen Dekorationen, die seit vielen Jahrhunderten Stuben, Adelshäuser und kirchliche Gebäude zu Weihnachten schmückten: Tannen-, Mistel-, Efeu- oder Stechpalmenzweige.

Und nicht zuletzt natürlich am Essen: Mit dem 25. Dezember begannen zwölf Tage, in denen die Arbeit zumindest für die meisten Menschen ruhte und die mit zahlreichen Messen und Gebeten, aber auch ausgiebigen Festmahlen, Musik, Unterhaltung und Spielen gefüllt waren. Strenger Glauben mischte sich mit ausgelassenem und teilweise übermäßigem Feiern und Fröhlichsein.

Auf dem Festtagstisch landeten nun üppige, mit Kräutern und Gewürzen verfeinerte Speisen, etwa verschiedenste saucengetränkte Fleischsorten wie Schweinskopf – der auch ein Kuchen in dieser Form sein konnte –, Rind, Wild und Geflügel, Fische wie Hering, sowie Süßspeisen und Gebäcke, oft mit Rosinen und Mandeln. Die seit dem 19. Jahrhundert fleischentleerten Mince Pies, ursprünglich als Symbol für die Jesuskrippe und die Geschenke der heiligen drei Könige gedacht, und der Weihnachtspudding, der damals als gewürzter und mit Rosinen versehener Haferpudding gereicht wurde, waren nicht nur für reichere Leute gern gesehene Nachspeisen.

Wer nicht an den Tisch seines Herren eingeladen wurde, der musste sich zu Weihnachten als Fleischgericht mit Würstchen und ein wenig Speck begnügen, die er im November beim Schlachten seiner Tiere hergestellt hatte. Dazu gab es eventuell ein wenig gesalzenen Fisch, getrocknete oder gelagerte Äpfel und die üblichen Erbsen oder Bohnen. Als Gewürze gab es Zwiebel, Lauch und Knoblauch sowie Honig.

Die Weihnachtszeit endete mit der zwölften Nacht, anlässlich der ein reichhaltiger Kuchen verspeist wurde, in den eine Bohne oder Erbse eingebacken war. Der Finder war anschließend Lord of Misrule und durfte eine Nacht lang seine Unsinnsherrschaft ausüben.

Weiterführende Links:

https://www.britannica.com/topic/Christmas

https://www.leben-im-mittelalter.net/alltag-im-mittelalter/freizeit/feiertage/weihnachten.html

https://www.historyextra.com/period/medieval/medieval-christmas-ultimate-guide-facts-celebrations-food/

https://www.historic-uk.com/HistoryUK/HistoryofEngland/A-Medieval-Christmas/

https://www.historylearningsite.co.uk/medieval-england/medieval-christmas/

http://godecookery.com/how2cook/howto06.htm

https://www.medievalists.net/2014/12/medieval-food-taste/

https://www.whychristmas.com

https://theconversation.com/what-would-you-have-eaten-for-christmas-in-medieval-times-35234

http://www.bellaonline.com/articles/art54386.asp

Wie feiern Sie Weihnachten?

Haben Sie einige mittelalterliche Eigenheiten bewahrt? Schreiben Sie in die Kommentare, wie es bei Ihnen im Advent und zu Weihnachten zugeht.

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  • Das sind ein sehr spannender Beitrag und praktische weiterführende Informationen. Bräuche und Gerichte eröffnen einen persönlicheren Zugang zu den Ereignissen, weil unser Alltag doch immer noch sehr von ihnen bestimmt wird. In diesem Jahr tritt das deutlicher hervor als es sonst der Fall ist. Mir fällt auf, wie sehr unsere Zeitrechnung trotz aller Moderne von kirchlichen Festtagen abhängt.
    Schöner Beitrag. Danke.

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