Schiefertafel mit Ideenglühbirne

Pixabay.com (Public Domain CC0)

Wie ich zum Schreiben kam

Ich wollte nie Autorin werden.

Ich habe keine ellenlangen Geschichten verfasst, bevor ich schreiben konnte.

Ich habe auf keiner alten Schreibmaschine seitenweise Erzählungen getippt, bis meine Finger wund waren.

Ich habe nicht Dutzende von Manuskripten in allen zugänglichen Schubladen meines Zimmers versteckt.

Nein, meine schriftstellerischen Ergüsse im Kinder- und Jugendalter beschränken sich auf selbstgezeichnete kleine Bildergeschichten über ein Pferd namens Wulle und einen Vogel namens Emiel.

Aber eines wollte ich unbedingt, nämlich ein Buch schreiben.

Auf die Idee brachte mich meine Deutschlehrerin in der Unterstufe. Diese war so begeistert von meinen Aufsätzen, dass sie mich eines Tages fragte, ob ich nicht ein Kinderbuch schreiben wollte. Seitdem schlummerte dieser Wunsch in mir; versteckt, aber nie vergessen oder aufgegeben.

Einen ersten Schritt in diese Richtung ging ich erst viel später, als ich im Studium meine Leidenschaft für das Mittelalter entdeckte. Meine anschließende Dissertation über den französischen Artusroman des Mittelalters wurde im Verlag veröffentlicht, und ich war mächtig stolz auf mein erstes Buch. Allerdings war mir danach vor allem eines klar: Das akademische Korsett war nicht das, was ich mir für mich und mein Buch vorgestellt hatte. Darüber hinaus handelte es sich um eine Pflichtveröffentlichung. Das Buch, von dem ich so lange geträumt hatte, sollte aus freien Stücken, aus Lust am Erzählen aus dem und über das Mittelalter entstehen.

Wieder vergingen viele Jahre, bis ich nach der Geburt meines ersten Sohnes begann, viele Kinderbücher (vor-) zu lesen und selbst kleine Geschichten aufzuschreiben. Nach Manuskripten für ein Kinderbuch und einen Freche-Frauen-Roman stieß ich auf eine Ausschreibung über teuflische Tiere und tierische Teufel. Es entstand die Idee zu einer Geschichte, die schnell den Weg vor einen mittelalterlichen Hintergrund fand. In einem Schreibkurs wuchs die Idee zu einem Konzept und einem Arbeitsplan heran. Ende September 2016 stand der erste Entwurf des Manuskripts.

Noch ist der Roman nicht veröffentlicht, und ich nutze die Zeit der Verlagssuche, um am nächsten Projekt zu arbeiten. Ich weiß, dass mein Buch irgendwann erscheinen wird. Und dann das nächste. Und dann das nächste …

Ich wollte nie Autorin werden, aber irgendwie bin ich jetzt doch eine.

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