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Über Birgit Constant

Wissenswertes über Birgit Constant

Birgit Constant liest aus Ihrem historischen Roman „Das bretonische Mädchen“ in der Stadtbibliothek Landshut

Birgit Constant hat elf Sprachen gelernt, besitzt ein Übersetzerdiplom sowie Zertifikate für Betriebssysteme und Nachrichtenjournalismus, treibt sich genauso gerne im Mittelalter wie auf dem Backend ihrer Website oder den neuesten Artikeln zur IT-Sicherheit herum und sieht die Beobachtung einiger ihrer Vorgesetzten, dass sie zu schnell arbeitet und andere mit ihrem Arbeitstempo erschlägt, als Kompliment.

Mit Bücherschreiben begann Birgit Constant in der Elternzeit, weil ihr langweilig war und ihr Hirn nach Nahrung verlangte. Seitdem hat sie Kurzprosa, Audiodateien, ihr Romandebüt Das bretonische Mädchen sowie ein Handbuch für Autoren mit dem Titel Autor werden: In sieben Schritten von der Buchidee zum professionellen Schriftsteller veröffentlicht.

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8 Fragen an Birgit Constant

Du bist Autorin, Texterin und Mutter. Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Dir aus?

Ich stehe um halb 6 Uhr auf, schicke Mann und Kinder aus dem Haus und sitze normalerweise ab ungefähr halb 8 Uhr am Schreibtisch. Dann schaue ich meine E-Mails durch und werfe einen Blick auf Twitter, bevor ich meine To-Do-Liste durchgehe, um zu sehen, was für den Tag oder in nächster Zeit anliegt.

Wenn nichts anderes, wie Arzttermine, Telefonate oder ähnliches, geplant ist, verbringe ich den Vormittag mit Schreiben, Recherche – viiiiel Recherche, wie das für historische Romane oft der Fall ist –, Überarbeiten oder allem, was ich grob als Weiterbildung bezeichnen würde, etwa Online-Kurse oder das Lesen von Schreibratgebern oder Blogs. Manchmal lektoriere ich auch Texte oder verdinge mich als Testleserin. Die Arbeit am Text und auch an ambitionierten Hobby-Autoren macht mir wahnsinnig Spaß – mit ein Grund für meine Artikelserie Kreatives Schreiben professionell und das daraus entstandene Buch Autor werden.

Die Nachmittage sind meist weniger strukturiert, je nachdem, was bei meinen Kindern ansteht. Ich schaue immer mal wieder in meine E-Mails oder auf Twitter vorbei, aber konzentriertes Arbeiten ist da kaum möglich. Eventuell kann ich hie und da ein Stündchen fürs Schreiben abzwacken. Abends mache ich normalerweise nichts mehr, es sei denn, ich habe einen Termin im Nacken. Ich gehe dann lieber früh schlafen – um 21 Uhr ist Zapfenstreich – und erledige die Sachen am nächsten Tag.

Schreibst Du jeden Tag?

Jein. Ich schreibe jeden Tag, aber es ist nicht immer buchbezogenes Schreiben, auch wenn es doch irgendwie mit meinem Alltag als Autorin zu tun hat.

Englische Autoren werden gerne gefragt, ob sie „Plotter“ oder „Pantser“ sind, also Planer oder Bauchschreiber. Zu welcher Fraktion gehörst Du?

Plotter! Ohne Plan gehe ich verloren. Ich schreibe mittlerweile an meinem dritten Roman und probiere jetzt die dritte Methode aus, um meinen Roman bis in die Kapitelinhalte zu planen. Bisher haben alle Systeme gut funktioniert, und ich habe außerdem die Gewissheit, dass ich nicht geradlinig schreiben muss. Wenn ich in einem Kapitel, einer Szene nicht weiterkomme, schreibe ich einfach an einer anderen Stelle weiter, an der meine Charaktere früher oder später ohnehin ankämen.

Viele Autoren schwören auf Kaffee beim Schreiben. Welche Geheimmittel bringen Dich durch lange Schreibphasen?

Literweise Tee, meist Kräutertee. Wenn es ganz arg mit dem Schreiben steht oder es einfach bloß schweinekalt ist – mein Büro liegt direkt unter dem Dach und kann im Winter trotz Heizung ziemlich frostig sein –, dann muss es auch mal ein Schwarztee mit viel Milch sein. Ich nehme immer nur eine Tasse mit ins Büro, damit ich für die nächste Tasse aufstehen und zwei Etagen tiefer in die Küche gehen muss. So bekomme ich trotz langer Schreibphase zumindest ein wenig Bewegung.

Was findest Du beim Schreiben eines Textes am schwierigsten?

Beschreibungen. Wenn es nach mir ginge, bestünden meine Texte nur aus Action und Dialog. Meine Entwürfe sehen daher immer eher nach Theaterstück als nach Roman aus.

Welche Themen oder Zeiten interessieren Dich beim Schreiben am meisten? Worüber würdest Du niemals schreiben?

Vor allem sprachrelevante historische Begebenheiten finde ich interessant. So treffen in Das bretonische Mädchen beispielsweise vier Nationen aufeinander, die sich nicht nur in ihrer Sprache unterscheiden. Das englische Mittelalter finde ich selbstverständlich insgesamt eine faszinierende Zeit. Ich würde auch gerne einen Roman schreiben, der im französischen Mittelalter spielt. Historische Romane über Frankreich gibt es zu wenige hier in Deutschland, wie ich finde. Oder sie verstecken sich gut.

Erotik ist so ein Knackpunkt bei mir, wo sich meine Feder sträubt. Ich belasse es bei Andeutung, die auf vorhergehende oder folgende Intimitäten hinweisen, aber sämtliche Details im Text auszuwalzen, liegt mir nicht. Solche Passagen überfliege oder überblättere ich auch in Romanen, die ich lese, da sie nichts zur eigentlichen Geschichte beitragen.

Deine Texte erscheinen gedruckt und als E-Books. Was liest Du selbst lieber?

Gedruckte Bücher! Ich hasse es, lange Texte wie historische Romane oder Sachbücher am Bildschirm zu lesen, egal wie groß der Bildschirm ist. Ich habe zwar ein paar E-Books – meist als E-Book getarnte PDFs – auf meinem Tablet, aber da schaue ich nur sporadisch rein. Das einzige vollständige E-Book, das ich bis jetzt gelesen habe, war der Einstiegsroman in die ARKANE-Serie von Joanna Penn, aber das ist eine Novelle von umgerechnet 100 Seiten, also weit entfernt von einem ausgewachsenen Roman.

Was stört Dich am meisten am Autorendasein? Was genießt Du besonders?

Autor zu sein, wird immer noch belächelt, wenn man nicht gerade zu den großen Namen gehört, die sechsstellig und mehr mit ihren Büchern verdienen. Außerdem wird es immer schwieriger, überhaupt noch einen anständigen Preis für Bücher zu bekommen. Wenn ich sehe, für welche abenteuerlichen Preise manche Autoren ihre Werke verschleudern, wird mir schlecht. Es steckt ja im Allgemeinen eine ganze Menge Arbeit und Engagement hinter so einem Buch. Aber mit Bücher-Flatrates und ständigen Sonderangeboten sind Leser heutzutage gewöhnt, dass sie Bücher fast kostenlos bekommen. Das Problem kennen andere Kreative sicher auch zur Genüge: Jeder will lesen, Musik hören, Filme schauen oder Bilder und Fotos bewundern, aber es darf nur nichts kosten oder auf alle Fälle nicht zuviel. Schließlich ist das ja Unterhaltung und kein echter Beruf. Das betrifft auch verwandte Berufe wie Texter, Übersetzer, Lektoren.

Schön ist, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann – der Vorzug, wenn man bei einem kleinen Verlag ist und keinen Termindruck hat – und selbst entscheiden kann, was ich schreibe. Und natürlich, dass ich mit etwas, das mir wichtig ist, Geld verdienen kann.

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